Mein Weg

Unter dem Schutz der Engel in ein neues Leben

Von Katja Driemel

Im Leben ist es oft eine Herausforderung, seinen eigenen Weg oder die wahre Bestimmung zu finden. Häufig

probieren wir verschiedene Dinge aus und werden immer wieder von dem Gefühl begleitet, dass etwas nicht

so ist, wie es sein sollte. Diese Unsicherheit führt dazu, dass wir uns davor fürchten, unser Leben grundlegend

zu verändern und einen Neuanfang zu wagen. Die Angst vor dem Unbekannten hält uns oft davon ab, mutige

Schritte zu gehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Jahre 2024 und 2025 uns alle besonders

stark gefordert haben. Es waren Jahre voller Herausforderungen, die uns viel abverlangt haben. Gleichzeitig

war es aber auch eine Zeit, die mir die Augen geöffnet hat, insbesondere bei den Themen, denen ich mich

bisher nicht stellen konnte oder wollte. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass ich mich selbst und meinen

Lebensweg noch einmal neu hinterfragt habe. Alles begann vor zwei Jahren. Gesundheitlich ging es mir nicht

gut, ich hatte mir mein Bein gebrochen und brauchte etwa drei Monate, bis ich wieder richtig laufen konnte.

Danach fing mein Körper völlig zu streiken an, mein Herz und meine Lunge spielten nicht mehr mit. Manch-

mal ist es wirklich so, dass man erst ganz unten sein muss, damit man lernt, Hilfe anzunehmen. Ich bin immer

ein Mensch gewesen, der für alle da war, wobei ich selber schlecht Hilfe annehmen konnte, vielleicht weil ich

dann ja gezeigt hätte, dass ich schwach. Doch damals war ich an dem Punkt angekommen, an dem das nicht

mehr ging.

Aber wie von Zauberhand kam ich zu den richtigen Ärzten, und sie brachten mich ganz schnell wieder auf die

Beine. Jedoch muss ich seitdem ein Sauerstoffgerät bei mir führen. Zuerst war das eine Katastrophe für mich.

Ich dachte, mein Leben sein vorbei. Heute gehört das Gerät zu mir wie meine Schuhe, und es ist mir egal ob

die Leute mich komisch anschauen.

Auf dem ganzen Weg haben mich meine Engel begleitet. Sie ließen mir bestärkende Botschaften zukommen,

dass ich auf dem richtigen Weg war und das ich nie aufgeben sollte.

Als es mir besser ging, habe ich gedacht: So jetzt kannst du da weiter machen wo du aufgehört hast. Doch das

war ein Irrtum. Nichts ging mehr, ich bekam keinen Bezug mehr zu meinen Karten, die mir eigentlich über

alles gehen. Ich konnte keine Engelsbotschaften oder Artikel schreiben, alles war einfach fort. Meine Kreati-

vität war fort. Mir fehlten die Einfälle oder einfach nur die Worte. Ich hatte keine Lust mehr, Veranstaltungen

in meinem Ort der Begegnung anzubieten. Alles war mir einfach zu viel, doch eine Erklärung hatte ich nicht

dafür.

Dann kam das Jahr 2025, gesundheitlich ging es für mich bergauf, doch alles andere wurde zu einem Alp-

traum. In den ersten Monate war alles schön und ruhig, doch dann begann es wie aus heiterem Himmel: Zuerst

starb ein sehr guter Freund von uns. Das kam nicht überraschend, denn er war schon lange krank. Aber man

will so etwas ja nie wahrhaben. Als es dann soweit war, haben wir ihn bis fast zum Schluss begleitet. Mein

Mann ist bis zu seinem letzten Tag bei ihm gewesen. Den Schock hatten wir noch nicht ganz verdaut, da

trennte sich ein Paar, mit dem wir sehr gut befreundet sind, nach 35 Ehejahren. Wir waren wie vor den Kopf

geschlagen, weil keiner von uns mitbekommen hat, dass es so schlecht um die Ehe stand.

Am Ende des Jahres waren insgesamt fünf sehr gute Freunde gestorben und zwei Paare hatten sich nach langen

Jahren getrennt. Eigentlich habe ich mir im vergangenen Jahr immerzu Sorgen gemacht und die meiste Zeit

anderen beigestanden.

TAROT HEUTE · Ausgabe · 90 April 2026 | 1Durch all diese schweren Prozesse haben mich meine Engel immer begleitet. Sie gaben mir die Kraft und die

Geduld, damit ich nicht daran zerbrach. Ich fühlte ihre Anwesenheit ohne Karten oder ähnliches, ich wusste,

ich wurde getragen und habe auch nie wirklich Angst verspürt.

Wenn mich heute jemand fragt, was ich aus dieser Zeit mitnehme, dann kann ich ohne zu zögern antworten:

Ich habe meinen Weg gefunden. Ich glaube ich bin mit vielen Umwegen dort angekommen, wo ich mich

sicher und geborgen fühle.

Ich lege zwar kein Tarot, habe aber immer mit den Lenormandkarten gearbeitet, die ebenfalls zu meinem

Leben gehören. Jedoch mein wahrer Weg sind die Engel, sie sind wie gute Freunde immer für mich da, wenn

es mir schlecht ging. Heute bin ich mir sicher, dass ich Menschen durch meine persönlichen Erfahrungen mit

Krankheit Verlust und Trauer in Begleitung der Engelskarten helfen kann.

Das Leben hört nicht auf, wenn man chronisch krank ist. Ja, es wird anders, aber es muss nicht schlechter

werden. Ganz im Gegenteil, man bekommt Chancen, neue Dinge auszuprobieren, die wir uns vielleicht vorher

nicht zugetraut hätten.

Aufzugeben kommt nicht in Frage, denn

wer das tut, hat schon verloren.

In unserer Welt muss heute alles perfekt

sein, unser Aussehen, unsere Familie und

der Job. Jeder will alles besser, schneller

und schöner haben. Jedoch ist das nicht

das wahre Leben.

Wie viele Menschen bleiben auf der Stre-

cke, weil sie krank sind oder nicht den ide-

alen Anforderungen entsprechen, oder

weil sie aus anderen Gründen verzweifelt

sind? Genau diesen Menschen möchte ich

Mut machen, ihnen helfen, mehr Selbst-

vertrauen zu finden, damit sie spüren, dass

sie etwas wert sind. Denn jedes Leben

zählt.

Deshalb finde ich es wichtig, dass wir die Menschen weiterhin mit unseren Karten unterstützen, ihnen ihre

Wege Möglichkeiten und neue Chancen aufzeigen, und dass wir sie ein Stück auf ihren Weg begleiten. Oft

vergleiche ich die Karten mit Kinderschuhen: Wir zeigen den Menschen, wie sie mit anfangs ganz kleinen

Schritten in ihr neues Leben treten können.

Ich finde unsere Arbeit sehr wichtig und bin dankbar dafür, ein Teil davon zu sein,

Deswegen sollte es selbstverständlich sein, dass wir unsere Berufung weiterführen und jedem, der es möchte,

zugänglich machen.

Bild © Katja Driemel

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