Auch in diesem Jahr trafen sich die Prüfer und geprüften Mitglieder des Tarot e.V. zu einem Erfahrungsaustausch, der am Wochenende des 11. und 12. November in Frankfurt am Main stattfand. Seit mehreren Jahren bereits ist das Prüfertreffen nicht nur ein interner Austausch der Prüfer und Mentoren, sondern findet unter Teilnahme des Vereinsvorstandes statt. Dies hat sich bewährt, denn zum einen überschneiden sich die Funktionen teilweise und zum anderen stellt die Prüfung ein wichtiges Anliegen der Vereinsarbeit dar. Neu war diesmal, dass auch die geprüften Tarotberater zu einem Teil des Prüfertreffens eingeladen waren. Jede Idee war willkommen, denn es galt, ein schwerwiegendes Thema zu bearbeiten.

Tarotberatung - Methoden und Erfahrungen

Seit langem ist die Zahl der Prüfungen rückläufig. Genau genommen, wurde die letzte mündliche Prüfung vor einem Jahr im Rahmen des Geprüftentreffens 2014 abgelegt. Es stellt sich also die Frage, warum die Möglichkeit, die eigene Beraterkompetenz unter Beweis zu stellen und dafür ein Zertifikat zu erhalten, so wenig wahrgenommen wird. Welche Maßnahmen kann man diesbezüglich ergreifen? Oder ist dieses Angebot, wie Kirsten Buchholzer es in den Raum stellte, wegen der mangelnden Nachfrage gar nicht mehr sinnvoll? Dem wurde von den Anwesenden klar widersprochen. Die Prüfung sei, so Thorsten Adrian, ein wichtiges Qualitätkriterium des Vereins. Birgit Enke schlug vor, mit diesem Pfund eher zu wuchern als darauf zu verzichten. Die Geprüften könnten beispielsweise ihr Zertifikat für eine Werbeaktion bereitstellen.

Es kam zu einer erfreulich lebhaften Diskussion zwischen Prüfern und geprüften Mitgliedern. Alle Anwesenden berichteten über die eigenen Beweggründe die Prüfung abzulegen, und darüber, welche Veränderung das Zertifikat bewirkt hat. Dabei wurden aus Sicht der Teilnehmer einige wesentliche Gesichtspunkte herausgestellt: Viele Anwesende sahen die Prüfung als eine für sie wichtige Herausforderung und Standortbestimmung und haben sie als Wissenserweiterung erlebt. Mitgliedschaft und Prüfung gehören in ihren Augen zusammen. Gründungsmitglieder gaben sogar an, dass  sie die Prüfung als Selbstverständlichkeit empfunden haben. Überdies benötigt der Tarot e.V. die Prüfung als Gütesiegel, besonders wenn es um die Konsolidierung des Berufsbildes des Tarotberaters geht. 

In der Diskussion kristallisierte sich aber auch heraus, dass der Weg bis zur Prüfung klarer abgesteckt werden könnte. Das bedeutet, dass künftig nicht nur das Abprüfen von erlangtem Wissen und gewonnener Erfahrung im Fokus stehen soll, sondern auch die Ausbildung zum Tarotberater. Zu diesem Zweck werden sich Ausbilder, Prüfer, Geprüfte und Vorstandsmitglieder in den kommenden Monaten eingehend mit dem Thema Ausbildungskriterien auseinandersetzen. Erste Ergebnisse können gegebenenfalls bereits bei der nächsten Mitgliederversammlung vorgestellt werden. 

Am Sonntag widmeten sich die Teilnehmer des Geprüftentreffens dem weiten Feld der Beratungspraxis. In mehreren Vorträgen wurde die Tarotberatung sowohl unter logischen und handwerklichen Gesichtspunkten als auch aus intuitiver und medialer Sicht beleuchtet. Dabei wurde auf die Vor- und Nachteile verschiedener Beratungsanswege eingegangen, und auch Ansätze zur Prognose und zum Umgang mit kritischen Fällen kamen zur Sprache. Natürlich haben wir nicht nur theoretisiert, sondern wurden auch selbst aktiv, erforschten Karten in einer von Sabine Eimke geführten Meditation und nahmen an einem eindrucksvollen Experiment teil, einer Art „Speed Taroting“. Das Thema Beratungspraxis erwies sich als so vielschichtig, dass es im nächsten Jahr nochmals Gegenstand des Geprüftentreffens sein wird.

Einmal mehr fand ich dieses Treffen sehr inspirierend. Es hat uns aufgebaut und unseren Horizont erweitert. Eigentlich ist schon allein das Geprüftentreffen es wert, die Prüfung abzulegen!

Übrigens treffen sich die Prüfer und Geprüften im nächsten Jahr im November in Halle an der Saale.