Das Jahr 2018 steht für das Kollektiv aus Sicht der Tarot-Numerologie unter dem primären Einfluss der beiden Großen Arkanen IV, Der Kaiser oder Herrscher und XIII, Tod. Die energetische Zeitqualität der Todesenergie bedeutet selbstverständlich nicht, dass die Menschheit in diesem Jahr sterben muss. Dass die Karte Tod in den seltensten Fällen den physischen Tod eines Menschen, oder in diesem Fall des menschlichen Kollektivs ankündigt, wird im Tarot durch die Stellung dieser Karte aufgezeigt. Die Zahlenfolge des gesamten Großen Arkanums fächert sich von 0 bis 21 auf und der Tod hat hier seinen Platz als 13. Karte nicht als letzte, sondern in der ungefähren Mitte der Karten. Die Karte Tod zeigt im Tarot stets auf, wann es an der Zeit ist, alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen und neue Wege zu beschreiten. Immer ist diese Zuwendung zu Neuem und bislang Unbekanntem mit dem mehr oder weniger latenten Grundgefühl von Angst verbunden, denn Altes sterben zu lassen und Neues zu wagen ist naturgemäß mit Risiken verbunden. Fakt ist, dass die Energie des Todes mit der Sense ein Feld abmäht, das nun reif zur Ernte ist. Wir werden in der Frequenz dieser Karte von Überflüssigem befreit, das nun ausgedient hat. Es ist an der Zeit, dem Alten zu danken und es der Vergangenheit zu übergeben, auch wenn wir meist nicht wissen, was uns in der Zukunft erwarten wird. Doch klar ist in dieser Energie immer, dass dieses Alte nun sterben muss, gleichgültig ob wir es freiwillig verabschieden oder eben nicht, denn der Tod ist kompromisslos. Was er in 2018 konkret mit der Sense mähen wird, ist die alte Ordnung, symbolisiert durch Arkanum IV, Der Kaiser. Inwieweit wir das Gemähte verarbeiten und nützen, wird sich zeigen. Doch wenn das, was nun zur Ernte reif ist, stehen bleiben sollte, kann es nicht weiterwachsen, sondern wird verfaulen.

Wenn man die Energie des Jahres 2018 ganzheitlich erfassen will, gelingt dies am besten im Zusammenspiel mit dem vergangenen Jahr 2017. Dieses war ein Jahr, das unter dem Einfluss der Kaiserin/Herrscherin stand, einer sehr weiblichen Energie, die insbesondere unter dem Oberbegriff der Mutter Natur zu deuten ist. Dass es ein Mann war, bezeichnenderweise der scheinbar mächtigste Mann der Welt, der aus dem globalen Klimaabkommen der Nationen aussteigt, zeigt aufs Deutlichste, wie schwer es sein wird, dem globalen Zeitgeist ganzheitlich zu folgen. Denn in der Sprache des Tarot steht an, dass sich Kaiserin und Kaiser nun auf gleicher Höhe in die Augen blicken. Dies bedeutet, dass die männlichen und weiblichen Kräfte aus ihren hinderlichen Machtspielen aussteigen müssen, um sich stattdessen in der neuen Zeit gegenseitig zu speisen und zu ergänzen. Dass die patriarchalen Machthaber der äußeren Welt allerdings mit der weiblichen Energie der Kaiserin offensichtlich nicht gerade würdevoll umgehen, wird das Zurückweichen der alten Strukturen nicht unbedingt erleichtern. Die Drahtzieher der äußeren Schaltstellen der Macht strahlen leider keinerlei Andeutung einer entwickelten inneren Frau aus. Dem Interessierten wird hier deutlich gezeigt, dass in den alten Strukturen ein komplett veraltetes Weltbild vorherrscht, das aus Tarot-Sicht gerade in den letzten Zügen steht. Die globale Missachtung der Natur ist hierfür leider immer noch das deutlichste Zeichen.

Für alle - äußeren, doch insbesondere inneren - Männer dieser Welt war in 2017 angestanden, ihre weiblichen Eigenschaften zu pflegen und ans Licht zu bringen. Inwieweit dieser Vorgabe in der äußeren Welt, beispielsweise von Politik und Wirtschaft gefolgt wurde, bleibt der Wahrnehmung des Einzelnen überlassen. Klar ist, dass auch die Umlenkung der so dringend benötigten weiblichen Kaiserinnen-Energie in Quotenfrauen und „Männinnen“ das Eis des alten Patriarchats nicht zum Schmelzen bringen kann. Das waffenstarrende Aufeinanderkrachen von solchen Kaisern, die letztlich nur dem inneren Vater ihre Stärke beweisen wollen, konnte bislang zumindest verhindert werden. Allerdings ist die Kriegsgefahr immer noch präsent wie nie zuvor. 2018 könnte die Energie der Härte jedoch nachhaltig aufweichen, um in eine neue Ordnung einzumünden. Alte patriarchale Strukturen können nun in Bewegung geraten - und müssen dies auch. Dies wird allerdings nur gelingen können, wenn man die alten Strukturen wertschätzt, anstatt sie lediglich zu bekämpfen. Immerhin hat uns die Energie des „Alten Kaisers“ zu Möglichkeiten geführt wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Wir leben in einer Welt der Fülle, die man durchaus als paradiesisch bezeichnen kann. Technologische Erfindungen, die wir alle nützen, erleichtern uns den Alltag und erhöhen unsere Lebensqualität. Oberste Priorität ist deshalb, genau diese alte Energie zu würdigen - bevor man sie der Vergangenheit übergibt und sich der Zukunft hingibt. Wer den Kaiser lediglich bekämpft, wird diesen Kampf definitiv verlieren.

Ein weiteres Beispiel für das ganzheitliche Zusammenspiel der beiden Kalenderjahre 2017 und 2018, der energetisch angebotenen, doch leider viel zu wenig genützten Möglichkeit, Kaiser und Kaiserin zu verbinden, ist die deutsche Wahl mit all ihren Folgen. Eine Frau an der Spitze Deutschlands, um nicht zu sagen Europas, wäre aufgerufen (gewesen), ihre weibliche Seite ins Leben zu bringen und entsprechend ihrer Stellung in das Kollektiv einzuspeisen. Doch davon ist nur wenig wahrzunehmen. Wobei auch hier natürlich gilt, die zweifellos vorhandenen, doch leider nicht ganzheitlich motivierten Bemühungen zu würdigen. Vorgabe ist, jeden noch so kleinen Versuch, mit einer neuen Zeit mitzuwachsen und sich dem nicht mehr übersehbaren Wandel anzugleichen, nicht zu verurteilen, sondern die Achtung zu erweisen. Jeder Entscheidungsträger gibt aus seiner/ihrer Sicht sein Bestes – auch wenn diesen Versuchen gelinde gesagt der Geschmack der Hilflosigkeit, um nicht zu sagen Verzweiflung anhaftet. Entsprechend verlief auch die Deutsche Wahl, die ganz deutlich aufzeigt, was für jede/n Einzelnen ansteht: Einander zu verteufeln wie bisher, wird keine zeitgemäße Einstellung sein. Die Kaiserin, die in 2017 lief, rät uns zur Dankbarkeit für ein Leben, in dem es uns tatsächlich gut geht wie niemals zuvor. Diese Energie der Dankbarkeit ins Leben zu bringen und mit in das Jahr 2018 zu nehmen, wird die Basis sein für zweifellos nötige Veränderungen. Dies gilt für alle inneren und äußeren Bereiche und Ebenen.

Teil II folgt …
Herzlichen Dank für den Text an  Armin Denner http://tarotproject.com/