In der Adventszeit herrscht oft Hektik statt Besinnlichkeit. Advent eigentlich Adventus Domini (lateinisch für Ankunft des Herrn) bezeichnet die Jahreszeit, in der sich die Christen auf das Fest der Geburt Jesu von Nazareth, auf Weihnachten vorbereiten. Mit einer Vielzahl von Gebräuchen und Aktivitäten stimmen sich die Menschen auf das Weihnachtsfest ein. Ein wichtiges Symbol ist der Adventskranz, dessen vier Kerzen an den vier Adventssonntagen nacheinander angezündet werden. Christstollen und Plätzchen werden gebacken. Der Weihnachtsschmuck wird aus dem Keller geholt, um die Wohnung festlich zu schmücken. Am 1. Dezember beginnt man damit, jeden Tag ein Türchen am Adventskalender auf zu klappen. In vielen Städten öffnen die Weihnachtsmärkte. Dort trifft man sich mit Freunden um gemeinsam Glühwein zu trinken oder Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Die Restaurants sind wegen der zahlreichen Weihnachtsfeiern ausgebucht und die Polizei setzt vermehrt Alkoholkontrollen ein. Überall funkeln kleine Lichter, an den Hauswänden klettern wieder die Weihnachtsmänner hoch. Viele Menschen, die irgendwo auf der Welt arbeiten oder studieren, haben die Gewissheit: „Weihnachten werde ich zu Hause sein." Dann kommt es wieder hoch das Gefühl der sehnenden Vorfreude, so wie es früher war, in der Kindheit. Weihnachten werden sie die Eltern umarmen, die nun vielleicht schon gebrechlich sind und es wird ein Wiedersehen geben mit alten Freunden. Beim gemütlichen Zusammensitzen erinnert man sich an die vergangenen Zeiten. Als in der Kindheit gemeinsam mit der Mutter die erste Adventskerze entzündet wurde und man zusammen gesungen und gebastelt hat. Damals existierten keine Onlineshops, bei denen es Geschenke in Hülle und Fülle zu bestellen gab, die man nach Weihachten auch wieder zurück senden konnte. Es gab auch kein Smartphone, um damit unzählige Selfies vom harmonischen Beisammensein in die Welt zu senden. Da waren die Eltern, die erste brennende Kerze am Adventskranz und die unbändige Vorfreude auf Weihnachten.

Die „Sechs der Kelche" ist die Erinnerungskarte. Sie zeigt die Tage der Kindheit, in denen alles so einfach schien. Man sieht eine Atmosphäre wie im Märchen. Bilder und Träume aus der Vergangenheit werden wieder wach. Die Blumen, die aus den Kelchen wachsen, weisen auf die Schönheit hin, die aus dem fruchtbaren Boden der Liebe erwächst. Mit Freude und Unbekümmertheit laufen die Kinder durch die Tage. Sieht man auf das Mädchen, kann man zwei Gesichter erkennen. Eines weist auf die Gegenwart hin, eines auf die Vergangenheit. Die Karte ruft den Betrachter in Erinnerung: „Was ist aus deinen Träumen von einst geworden? Hast du dir deine Fantasien und Sehnsüchte von früher bewahrt? Und was bedeutet dir heute noch Weihnachten?"

Veröffentlichung der Karte „Die 6 Kelche" aus dem Waite-Smith Tarot mit freundlicher Genehmigung Königsfurt - Urania AG www.koenigsfurt-urania.com.

Ursula Dimper

Tarot München