Hermann Haindl ist der Schöpfer des bei Tarotkennern weltbekannten Haindl-Tarot. Auf seinen Wanderungen durch die Welt war er auch bei den nordamerikanischen Indianerstämmen und erhielt dort den Namen »Wandelnde Wolke«. Geboren 1927 arbeitete er im Alltagsleben bis 1977 für die Bühnen der Stadt Frankfurt am Main als Leiter der künstlerischen Werkstätten und Bühnenbildner. Danach machte er sich selbständig als freier Maler. Er war künstlerisch aktiv bis zu seinem Tode am 16. August 2013.

Seine Lebenserinnerungen sind auch sehr geprägt von den schrecklichen Ereignissen des zweiten Weltkrieges, die er als junger Mensch hautnah miterleben musste.

»Ob ich wach bin oder schlafe - es kommen unweigerlich vergangene Ereignisse in Erinnerung. Es sind meine Hintergründe in der Malerei - wilde Farben und Formen, die womöglich für ander Betrachtende chaotisch erscheinen, aber für mich realistische Details zeigen, die mein Gedächtnis aufbewahrt hat.«

Mit offenen Augen reiste er durch die Welt und so begegneten ihm auch die 78 Symbolkarten des Crowley Tarot.

»Mich fasziniert das System. Wir hatten von Günther Cherubini den Crowley-Tarot kennengelernt, aber dessen Karten lösten in mir außerordentlich unangenehme Gefühle aus - ja, sie lösten in mir das Bedürfnis aus, meinen eigenen Tarot zu malen. Es wurde daraus ein intensiver Prozess - der Droemer Knaur Verlag hat das Ergebnis verlegt.«

Für die große Unterstützung durch seine Ehefrau Erika ist er sehr dankbar:

»Ich weiß, dass mein Leben ohne meine Frau Erika nicht so geworden wäre, wie es geworden ist. Erika hat mich bei allem begleitet und mir immer sehr geholfen. Sie gab mir Sicherheit und Selbstbewusstsein. Ich konnte meinen ganz persönlichen Malstil entwickeln und die Themen selbst bestimmen.Ich habe auch deshalb Kontakte zu zeitgenössischen Galerien abgelehnt. Mögliche Spekulationen, ein » berühmter« Maler zu werden, hat nichts mit Malerei zu tun. Malen muss eine ganz persönliche, ja fast intime Sache sein; kein anderer hat sich da einzumischen. Was Kunst sei - wer kann das definieren? Wann und wo sie anfängt und wo sie aufhört - wer will das feststellen? Spätestens seit Joseph Beuys weiß das jeder, der es wissen will: »Entweder ist alles Kunst oder nichts.«

Dieses Buch erzählt von einem langen, äußerst schöpferischen Leben, das geprägt war von Kunst, vom Willen, sich einzumischen, und von der Liebe zu allen Geschöpfen der Erde – kurz: Es erzählt von einem großartigen Lebens-Gesamtkunstwerk. Das Buch enthält über 500 Abbildungen und eine handkolorierte, signierte Lithographie. Eine Rezension allein reicht nicht, man muss das Buch in seiner Gesamtwirkung gelesen haben. Es ist ein Werk über Kunst und gleichzeitig eine Zeitgeschichte.

Ich bin sehr dankbar, dass ich Hermann Haindl noch persönlich in Köln bei einer Tagung des Tarot e.V. kennenlernen durfte.

Monika Schanz, Schatzmeister Tarot e.V.

Das Buch ist erschienen im Königsfurt-Urania Verlag

www.koenigsfurt-urania.com